Phänomene der rationalen Isolation

  1. Ständiges Gedankenkreisen entsteht dadurch, dass der Verstand versucht Probleme zu lösen, die er eigentlich nicht lösen kann bzw. könnte er es schon, wenn er sich nicht von seiner Quelle getrennt hätte.
  2. Ständige Angespanntheit: Durch die Abwertung der nicht-rationalen Teile der Psyche wird die Wahrnehmung der umgebenden Welt im Verstand verzerrt. Es werden permanent Diskrepanzen wahrgenommen zwischen dem, was man als “den Lauf der Welt” bezeichnen könnte und den Abläufen, die der Verstand gerne hätte. Immerzu scheint das Falsche zu geschehen. In der Realität existieren diese Diskrepanzen größtenteils gar nicht. Ihre Wahrnehmung ist die Folge einer falschen Weltsicht. Zudem sieht sich der Verstand vor Aufgaben gestellt, die ihn eigentlich überfordern, was die Anspannung noch weiter steigert.
  3. Ungelöste Probleme und Krisen: Die Probleme können nicht gelöst werden, weil die dafür notwendigen Informationen nicht ausgewertet werden und zu einem großen Teil auch bewusst gar nicht zugänglich sind.
  4. Konzepte werden über die Realität gestellt, weil der Realitätsbezug durch die rationale Isolation fehlt
  5. Illusionen: Die Trennung des rationalen Verstandes von seiner Quelle basiert auf der irrigen Annahme, die Probleme könnten rein rational viel besser gelöst werden. In der Praxis funktioniert das aber nicht. Es entsteht deshalb eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Diese Diskrepanz wird durch die Bildung von Illusionen überbrückt. Die Illusionen gaukeln Lösungen vor, wo eigentlich gar keine Lösungen sind. Das sind vor allem

    • Illusionen von Wissen (z.B. die Evolutionstheorie)
    • Illusionen von Fortschritt (technischer Fortschritt ersetzt geistig-emotionalen Fortschritt)
  6. nutzlose Informationen sammeln statt echter Erkenntnis zu den wirklich wichtigen Fragen des Lebens
  7. Dogmatismus: Ein großer Schwachpunkt des rational isolierten Verstandes ist, dass er die Konfrontation mit Unwissen und “dem Unbekannten” nicht erträgt. Er hat keinen Plan wie er damit umgehen soll. Und tatsächlich ist der rational isolierte Verstand ja auch durch den Sündenfall von der Quelle der Erkenntnis abgeschnitten. Stattdessen kommt es zu Illusionen mit gefakter Pseudo-Erkenntnis und Dogmatismus. Dogmatismus bedeutet, Ideen, die eine begrenzte Berechtigung haben, weit über ihren eigentlichen Gültigkeitsbereich hinaus zu verallgemeinern und sich so vorzumachen, eine partiell funktionierende Lösung sei ein universeller, allgemeingültiger Lösungsansatz.
  8. Ersatz-Sinn: Der eigentliche Sinn des Lebens ist, den individuellen Aktivitätsimpulsen seines Ich vertrauensvoll zu folgen und so seine “Träume zu verwirklichen”. Da das im Zustand der rationalen Isolation aber nicht geschieht, kommt es zur Herausbildung von Ersatz-Sinn. Der Mensch folgt dann Ideen, die ihm besonders gut und edel erscheinen, während er dabei aber geflissentlich übersieht, dass sie praktisch nicht funktionieren.
  9. Falsche Vorstellungen von richtig und falsch und gut und böse: Die Unterteilung in richtig und falsch und gut und böse erfolgt durch moralische Kategorien, die sich von der Realität abgelöst haben. Um moralische Kategorien auf die Realität zu beziehen, bräuchte es genau jene innere Verbindung zur Realität, die durch

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