Was genau ist das, wovon sich der rationale Verstand mit dem Sündenfall abgetrennt hat?

Es ist eine Informationsquelle. Die kläglichen Überreste dieser Informationsquelle erscheinen uns als Instinkt und Intuition. “Klägliche Überreste” deswegen, weil die eigentlichen Möglichkeiten dieser Informationsquelle die Vorstellungskraft des rational isolierten Menschen auf der gegenwärtigen Stufe der Entwicklung weit übersteigen. Es gibt viele Aussagen dahingehend, dass der Mensch nur einen winzigen Bruchteil seines geistigen und körperlichen Potentials nutzt. Das ist wahr. Die Ursache dieser Beschränkung liegt darin, dass diese Informationsquelle eben nicht mehr zur Verfügung steht.

Mythologie und Religion versuchen seit Jahrtausenden, den Menschen zur Nutzung der erstaunlichen Informationsquelle im Inneren seiner Psyche zurückzuführen, indem sie ihm die damit verbundenen Möglichkeiten in den leuchtendsten Farben ausmalen:

Die Mythologie bezeichnet die Informationsquelle unter anderem als “Stein der Weisen” und “Heiliger Gral”. Oft erscheint sie auch einfach nur als ein unermesslich wertvoller Schatz, der nie versiegt.

In der Religion hingegen erscheint die Informationsquelle als Gott, an den man sich wenden kann, um seine Probleme zu lösen. Wer an Gott glaubt, findet das Paradies. Das Paradies ist ein sehr glücklicher Lebenszustand, in dem die Sorgen vom Menschen genommen und seine Probleme gelöst wurden. Um ins Paradies zu gelangen, muss man durch die Hölle gehen. Die Hölle erscheint deshalb so negativ, weil der Verstand auf seinem Weg ins Paradies den Eindruck hat, er ginge in seinen Untergang. Tatsächlich aber wird er nur wieder richtig verkabelt und an jene Informationsquelle zurück angeschlossen, von der er sich selbst abgetrennt hat, weil er irgendwie auf die Idee kam, er könne das alleine besser.

Eigentlich ist die Idee, der Verstand könne ohne diese Informationsquelle auskommen, kompletter Unsinn, denn der Verstand ist eine rein Informationsverarbeitende Instanz. Der Verstand ist wie ein Computer, auf dem eine Software läuft: Die Hardware ist das Gehirn und die Software ist die Weltsicht. Genau wie eine Software ist die Weltsicht ein Regelsystem zum Treffen von Entscheidungen. Die Entscheidungen basieren aber auf Informationen, die aus Informationsquellen stammen und der Verstand selbst ist keine Informationsquelle. Sondern die Informationsquellen sitzen am “Eingang” des Verstandes und speisen Informationen ein, die dann mit Hilfe des Regelsystems im Verstand verarbeitet werden und schließlich zu Entscheidungen über Verhalten führen.

Klar und unumstritten ist, dass die Sinnesorgane Informationen in den Verstand einspeisen. Aber warum ist es so selbstverständlich, die Sinnesorgane als Informationsquelle für Entscheidungen zu akzeptieren, aber jene andere geheimnisvolle innere Informationsquelle erscheint den meisten Menschen dennoch wie ein Märchen und nicht als die knallharte Realität, die sie eigentlich ist?

Denn tatsächlich ist diese Informationsquelle, die nicht direkt etwas mit den äußeren Sinnesorganen zu tun hat, etwas, das jedem Menschen ganz nah ist und vertraut sein müsste. Und dennoch tun die meisten Menschen so als gäbe es das nicht und als wäre das eine Ammengeschichte für leichtgläubige oder etwas verklärte Trottel, während “die Realisten” sich mit so einem Unsinn nicht abgeben.

Die Antwort ist einfach:

Weil jene Informationsquelle im Gegensatz zu den äußeren Sinnesorganen nicht mit dem rationalen Verstand direkt verbunden ist. Sie ist vielmehr mit den nicht-rationalen Teilen der Psyche verbunden. Um einen Zugang zu diesen Informationen zu bekommen, müsste sich der rationale Verstand wieder mit den nicht-rationalen Teilen der Psyche verbinden und dann würden die nicht-rationalen Teile der Psyche die Informationen so aufbereiten, dass der rationale Verstand etwas damit anfangen kann.

Die nicht-rationalen Teile der Psyche hat der Verstand aber in den Ruhestand geschickt, weil er sie für rückständig und überholt hält und glaubt, das alleine alles viel besser regeln zu können.

Und so erscheint die geheimnisvolle innere Informationsquelle aus rationaler Sicht wie ein fiktiver, realitätsferner Mythos. Ihre Natur ist rational nicht erfassbar – ganz im Gegensatz zu den Sinnesdaten der äußeren Sinnesorgane, die so schön real und zum Anfassen erscheinen.

Aus dieser Sicht erscheint die Situation unlösbar: Der Verstand hat sich von der Informationsquelle abgetrennt und glaubt nicht mehr an ihre Existenz. Wie soll es da zu einer Wiedervereinigung kommen?

Ohne die Informationen aus der Informationsquelle bleiben viele grundlegende Probleme des Menschen ungelöst. Der Mensch wird mit immer mehr Problemen konfrontiert, die er nicht lösen kann. Deshalb wird der Druck zur Überwindung der rationalen Isolation immer weiter steigen. Eigentlich ist der Zustand längst erreicht, wo die Sache dem Menschen zunehmend über den Kopf wächst. Aber noch sind viele Illusionen intakt, mit denen der rationale Verstand sich vorgaukelt, er hätte alles im Griff.

Hat er aber nicht und hatte er nie! Täglich sterben viele Menschen, weil sie Probleme nicht lösen konnten, die mit Hilfe jener Informationsquelle mühelos lösbar gewesen wären. Die globalen und individuellen Probleme werden immer weiter zunehmen und der Druck wird wachsen aufzuwachen – bis es entweder zu einer Überwindung der rationalen Isolation kommt oder die Entwicklung der Menschheit vielleicht auch endet, weil die ungelösten Probleme ihre Lebensgrundlage zerstört haben.

Aus Sicht der Wissenschaft ist das, was ich hier erzähle kompletter Blödsinn und die meisten Menschen sehen die Wissenschaft immer noch als Lösung für alles an. Aber das ist sie nicht. Die Wissenschaft ist der Lösungsansatz des rationalen Teils der Psyche (Verstand). Natürlich funktioniert dieser Lösungsansatz für einen ganz bestimmten Bereich der Realität. Aber eben nur für einen Teilbereich. Für Probleme, die über diesen Teilbereich hinausgehen, hat die Wissenschaft aber keine Lösungen. Sie kann die Probleme nur (auf eine sehr einseitige Art) beschreiben, aber nicht lösen. Trotzdem wurde die Wissenschaft als universelles Erkenntnisprinzip so verallgemeinert, dass sie alle anderen Erkenntnisprinzipien verdrängen konnte (Absolutheitsanspruch der Wissenschaft).

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